Programm Bad Freienwalde

„Aus dem Rahmen gefallen“ – jugendgerechte Zugänge zu lokaler Geschichte
1.4 – Innovation – Projektpräsentation – 26.08.2021 – 12:00 Uhr (90 min)
Angelika Meyer, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück; Emily Koch und Sandra Brenner, Landesjugendring Brandenburg e. V.
Ausprobieren, loslegen, einfach mal machen frische Luft und aktiv sein sehen, festhalten und für die eigene Praxis transferieren. Diese Stichworte beschreiben in Kürze, was Sie erwartet, wenn Sie unseren Workshop besuchen. Wir gehen auf Spurensuche in der Umgebung des Tagungsortes. Wir entdecken die Gegenwart der Vergangenheit. Wir probieren mit Ihnen eine aktivierende Methode als Zugang zu lokaler Forschung und dem „framing“ von Geschichte im öffentlichen Raum aus. Wir überlegen mit Ihnen, wie Sie diese Methode mit Ihrer Zielgruppe anwenden können.

Schulsozialarbeit im digitalen Raum: #Erfahrungen #Chancen #Herausforderungen
1.5 – Innovation – Workshop – 26.08.2021 – 12:00 Uhr (90 min)
Anne Nadif – kobra.net GmbH/Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe
Die digitale Lebenswelt gehört für Kinder und Jugendliche heute wie selbstverständlich zum Alltag. Eingebunden in zahlreiche digitale Medien und soziale Netzwerke, flechten sie dort soziale Beziehungen und sammeln dabei Erfahrungen. Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie füllen Schulsozialarbeitende neben dem Arbeitsort Schule und dem Sozialraum auch den digitalen Raum mit Leben, oft weit über die Aspekte des Medienschutzes und der Medienpädagogik hinaus.  Unter den erschwerten Voraussetzungen der pandemiebedingten Schulschließungen fanden Schulsozialarbeitende viele kreative Lösungen, um für ihre Zielgruppen weiterhin erreichbar zu sein. Als eine Herausforderung aber stellt sich die Einbindung der Schulsozialarbeit in den Digitalisierungsprozess von Schulen heraus, denn mit dem Lockdown standen viele Schulsozialarbeitende vor verschlossenen Schultüren, sowohl vor Ort selbst als auch online. Der Workshop lädt zum kollegialen Austausch über Erfahrungen und neue Methoden mit Blick auf die Digitalisierung in der Schulsozialarbeit ein. Ziel soll es sein, aktuelle Herausforderungen in der Kooperation mit sich digitalisierenden Schulen zusammenzutragen und sichtbar zu machen.

Konsum in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
2.4 – Wandel – Workshop – 26.08.2021 – 14:30 Uhr (90 min)
Corinna Liefeld, Franziska Hohn – Chill out – Fachstelle für Konsumkompetenz
Insbesondere die Lebensphase des Jugendalters und ihre Entwicklungsaufgaben stellt eine große Herausforderung dar. Neben körperlichen Veränderungen spielen auch zahlreiche andere Faktoren, wie z. B. Abgrenzen, Selbstfindung, Risikobereitschaft und Leistungsdruck eine Rolle. Für einige Jugendliche ist dies auch verbunden mit dem Konsum verschiedener Substanzen. Wir möchten Ihnen in unserem Workshop verschiedene Methoden vorstellen, um mit Jugendlichen über das Thema Konsum und Abhängigkeit ins Gespräch zu kommen und werden diese praktisch mit Ihnen durchführen. Im Anschluss soll es Raum zum Austausch und für Diskussionen geben.

Social Media kreativ– Storytelling in Sozialen Netzwerken
2.5 – Wandel – Workshop – 26.08.2021 – 14:30 Uhr (90 min)
Kathleen Lindner – Landesfachverband Medienbildung Bandenburg e. V.
Heranwachsende sind regelmäßig in sozialen Netzwerken und digitalen Spielen unterwegs. Meistens ist es eher zur Unterhaltung gedacht oder um Langeweile zu vertreiben. Wenn es um das Produzieren von Medien geht, ist eine Kompetenz gefragt, die auch in der außerschulischen Bildung sehr viel Potential hat: Digitales Storytelling. Das Geschichtenerzählen findet im Zuge der Digitalisierung eine neue Anwendungsqualität. Wo es früher Bilder, Grafiken, Texte oder Videos waren, sind es heute neue Kulturtechniken, die Wissen mit Hilfe von Social Media-Tools tiefgreifender erlebbar machen können. Im Workshop geht es zunächst darum, Storytelling als Methode in der pädagogischen Welt einzuordnen und Schnittmengen zur Lebenswelt von Heranwachsenden zu finden. Es wird aufgezeigt, wie Jugendliche mit kreativen Methoden und digitalen Medien zum Geschichten erfinden und erzählen animiert werden können.

Tiergestützte Pädagogik – Sozialarbeit an Schule mit Hund
3.4 – Vergewisserung – Workshop – 26.08.2021 – 16:15 Uhr (90 min)
Maria Bestritzki – Stiftung SPI, Niederlassung Brandenburg Nord-West
Studien zeigen, dass Tiere eine positive Wirkung auf Menschen haben (können). Der Einsatz von Tieren in der Schule (aufgrund ihres Wesens und Aufforderungscharakters insbesondere von Hunden) intensiviert das Erlernen von Fähigkeiten wie Vertrauen, Verantwortung und Konzentration. Die Entwicklung von sozialen und emotionalen Kompetenzen, die Steigerung der Kommunikationsfähigkeit und die Förderung der psychischen und physischen Gesundheit der Schüler:innen werden unterstützt; zudem erfahren sie vorurteilsfreie Akzeptanz durch das Tier. In diesem Workshop soll über die Arbeit mit einem Hund im Handlungsfeld „Sozialarbeit an Schule” berichtet werden: Welche Voraussetzungen gibt es für den Einsatz eines Hundes in der sozialen Arbeit und insbesondere an Schule? Welche Wirkungen und Effekte können durch den Einsatz eines Hundes erzielt werden? Welche Erfahrungen konnten gesammelt werden? Welche Regeln und Grenzen sind einzuhalten?

Brandenburg beteiligt – Jugendarbeit und der §18a Kommunalverfassung des Landes Brandenburg (BbgKVerf)
3.5 – Innovation – Workshop – 26.08.2021 – 16:15 Uhr (90 min)
Dominik Ringler – Kompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg
Mit der Einführung des §18a in die Brandenburger Kommunalverfassung im Sommer 2018 besteht für Brandenburger Kommunen und Landkreise die Pflicht, Kinder und Jugendliche bei allen sie berührenden Gemeindeangelegenheiten zu beteiligen. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Kommunen, die Konzepte und Verfahren zur Beteiligung entwickelt haben und umsetzen. In vielen Fällen übernimmt dabei auch die Jugendarbeit wichtige Aufgaben. Im Workshop soll ein allgemeiner Überblick über die Umsetzung des §18a BbgKVerf anhand von Praxisbeispielen gegeben werden. Insbesondere geht es aber um die Klärung und Diskussion der Fragen: Was ist kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung nach §18a BbgKverf im Unterschied/in Ergänzung zur Beteiligung nach SGB VIII? Welche Rolle kommt der (kommunalen) Jugendarbeit bei der Umsetzung zu?

Cyborgs, Robotik und das echte Leben – ein Workshop für die Bildungspraxis
4.4 – Innovation – Workshop – 27.08.2021 – 11:15 Uhr (60 min)
Tanja Berger – HochDrei e. V.
In der politischen Jugendbildung bleiben wir dicht an den Interessen der Jugendlichen dran und setzen bewusst aktuelle Themen. So z. B. die Zukunft der Arbeit und die eigene Lebensperspektive, wie Gesellschaft funktionieren kann und welchen Platz man selbst darin einnimmt. Ein großes Thema ist die Konsequenz der Nutzung digitaler Tools – privat fürs Streamen, Social Media oder auch in der Arbeitswelt und in globalen Konflikten. Im Workshop wird ein Bildungskonzept für die Beschäftigung mit dieser Thematik vorgestellt und anhand dessen die Umsetzung diskutiert. Es wird die Nutzung von Medien und digitalen Geräten analysiert. Auch wird es um die Defizite im eigenen Wissen gehen sowie um die Bezüge in der Praxis der Jugendarbeit. 

GRRRL POWER – auf den Spuren starker Frauen
4.5 – Wandel – Workshop – 27.08.2021 – 11:15 Uhr (90 min)
Jessica Massóchua – HochDrei e. V.
Sowie die Migrationsgesellschaft befindet sich auch die politische Bildungs- und Jugendarbeit im Wandel und muss sich stetig neuen Herausforderungen stellen. Das fordert ebenso spezielle methodische Herangehensweisen der Praktiker:innen im Umgang mit etwa Flucht- und Migrationsgeschichten der Teilnehmenden und damit einhergehenden Zuschreibungen und Selbstbildern. Aber auch der Alltag der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist geprägt von Andersmachungen, rassistischen Erfahrungen und der Suche nach der eigenen Identität. Dabei fehlt es Schwarzen und Jugendlichen of Color in der weißen Mehrheitsgesellschaft allzu oft an (positiven) Repräsentations- und Identifikationsmöglichkeiten. In diesem interaktiven Workshop wollen wir daher eine spielerische Methode kennenlernen, die es Jugendlichen und jungen Erwachsenen erlaubt, sich auf eine empowernde Spurensuche nach starken Persönlichkeiten zu begeben, Vorbilder zu entdecken und die Erfahrung zu machen, dass auch sie selbst, die „Anderen“, positive Vorbilder sein können. Das (Gelände-)Spiel richtet sich vor allem an nicht-weiße FLINT-Personen, versucht sie zu stärken und macht so auch intersektionale Perspektiven sichtbar. Aber auch Menschen, die selbst nicht von Rassismen betroffen sind, können hierdurch einen Zugang zu Geschichten und Biographien kennen lernen, die nicht dem mehrheitsgesellschaftlichen Narrativ entsprechen.

Make your Brandenburg great again – digitale Jugendbeteiligung in der medienpädagogischen Praxis des Bildungsprogramms jumblrjim
5.4 – Wandel – Workshop -27.08.2021 – 13:15 Uhr (90 min)
Julian Kulasza – Landesfachverband Medienbildung Bandenburg e. V.
Der Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e. V. hat 2020 ein Workshop-Format entwickelt, in dem Jugendliche an digitale Beteiligungsmöglichkeiten herangeführt und motiviert werden, diese aktiv in ihrem Sozialraum einzusetzen. Die methodische Palette reicht dabei von der Erstellung kleiner Imagevideos, über die Nutzung kreativer Brainstormingtools, bis hin zur Konzeption und Umsetzung digitaler Bildungsrallyes. Interaktiv und lebensweltbezogen regt es Heranwachsende zum Nachdenken darüber an, welche Funktion, aber auch welche Verantwortung digitale Teilhabe für ein demokratisches Miteinander trägt. Das Format wurde im Rahmen des Bildungsprogramms „jumblr – Jugendmedienbildung im ländlichen Raum“ entwickelt. Es kann modulhaft beliebig in andere Projekte integriert und perspektivisch ein fester Bestandteil von Jugendbeteiligungsprojekten im Land werden. Im Workshop wird ein praxisbezogener Überblick über das Thema gegeben und einzelne digitale Werkzeuge getestet sowie reflektiert.

Beschwerdeverfahren für junge Menschen in Jugendhilfe und Schule – Überflüssiger Mehraufwand oder pädagogische Notwendigkeit?
5.5 – Wandel – open live Podcast – – 27.08.2021 – 13:15 Uhr (60 min)
Dr. Julian von Oppen – Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe/kobra.net; Dr. Nina Jann – Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Tübingen
Wenn Fachkräfte der Jugendhilfe oder Lehrkräfte hören, dass den von ihnen betreuten oder unterrichteten Jugendlichen das Recht zukommt, sich bei Unzufriedenheiten über ein leicht zugängliches formelles Verfahren zu beschweren, dann reagieren viele von ihnen zunächst mit Ablehnung. Die Gründe für diese Ablehnung liegen zum einen in der Sorge um eine missbräuchliche Nutzung eines solches Beschwerdeverfahrens. Zum anderen sind sie häufig auch in einem Gefühl von Unsicherheit und Ungerechtigkeit auf Seiten der Pädagoginnen und Pädagogen begründet: Was passiert denn dann genau, wenn sich jemand über mich beschwert? Zugleich ist vielen Fach- und Lehrkräften häufig nicht klar, worin der Nutzen eines geregelten Beschwerdeverfahrens bestehen soll: Einrichtungs- oder Schulleitungen gehen häufig davon aus, dass es ausreicht zu vermitteln, dass sich jeder beschweren könne, der dies wolle, dass „ihre Tür immer offen stehe“. Warum also noch mehr Formalitäten und Umwege einführen, die die Kommunikation im Zweifel nur erschweren? All diese Fragen können, solange sie ungeklärt sind, zu einer ablehnenden Haltung von Pädagoginnen und Pädagogen gegenüber Beschwerdeverfahren führen.
In Form eines Live-Podcasts diskutieren die Referent:innen diese Fragen unter Einbeziehung des Publikums. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Rolle der Jugendarbeit als „Innovationshelfer“ am Ort Schule.

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