Programm Blossin

„Internationale Arbeit im Dorf aufleben lassen” – Alle ins Ausland
1.6 – Innovation – Fachforum – 26.08.2021 – 12:00 Uhr (90 min)
Andreas Tausche, Hannah-Maria Liedtke – LandesJUGENDfeuerwehr Brandenburg
Der Landesverband der Jugendfeuerwehr hat über viele Jahre internationale Partnerschaften gepflegt und Projekte initiiert. Nun ist es an der Zeit, dass die internationale Kinder- und Jugendarbeit in den Jugendfeuerwehren vor Ort ankommt. Wie können wir das schaffen? Unbestritten ist, dass die „Auslandskompetenz” und die transkulturellen Kompetenzen zukünftig für jede und jeden wichtiger werden.

„Ich zeig’ dir meine Zukunft!” –Kinderrechtsorientiertes Arbeiten in Schule und Jugendarbeit
1.7 – Wandel – Workshop – 26.08.2021 – 12:00 Uhr (90 min)
Johannes Kreye, Arne Haag – Schlaglicht e. V.
Erwachsene tragen die Verantwortung dafür, dass Kinderrechte durchgesetzt werden. Diese Verantwortung müssen sie wahrnehmen und doch stellt sich dies in der Praxis immer wieder als schwer dar. Helfen kann ein Blick auf eigene Erfahrungen in Kindheit und Jugend und eine offene, bewertungsfreie Auseinandersetzung mit Kindern und Jugendliche über deren Erfahrungen in ihrem Lebensumfeld. Unterscheiden sich Ohnmachtserfahrungen heutiger Kindheiten von denen in der Vergangenheit? Welche Haltung müssen wir als Erwachsene mitbringen, um in unserem Arbeitsalltag kinderrechtsorientiert zu arbeiten? Welche (strukturellen) Schwierigkeiten gibt es dabei in den Institutionen, in denen wir arbeiten? Ist beispielsweise Mitbestimmung schon umgesetzt, wenn sich Kinder zwischen zwei Spielgeräten für den Spielplatz entscheiden dürfen oder darf Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen Erwachsenen auch mal weh tun? Der Workshop soll zum einen den empathischen Blick auf Kinder und Jugendliche, die Probleme, vor denen sie stehen, und deren Bezug zu Kinderrechten stärken. Zum anderen sollen strukturelle Schwierigkeiten einer kinderrechtsorientierten Arbeit andiskutiert werden und hierzu ein Ideenaustausch stattfinden.

Rechtsextremismusprävention in der Jugendarbeit von 1990 bis in die Gegenwart
1.8Wandel – Vortrag – 26.08.2021 – 12:00 Uhr (90 min)
Stefanie Lindner, Ina Schäfer – Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
Jugendarbeit und Rechtsextremismusprävention: Seit den 1980er Jahren wird Soziale Arbeit, insbesondere Jugendarbeit und Schulsozialarbeit, in die Verantwortung genommen, wenn es zu gewalttätigen, rassistisch motivierten Ausschreitungen und Übergriffen durch Jugendliche kommt. Dies bringt kurzfristig Aufmerksamkeit und Anerkennung, Forderungen oder Vorwürfe für diese Arbeitsfelder – auch aktuell hat sich das kaum geändert. Mit welchen Herausforderungen sind Sozialarbeitende alltäglich konfrontiert? Wie können sie zur nachhaltigen Demokratiestärkung beitragen? Und welche Rolle spielen die Rahmenbedingungen und der lokale Kontext für die Praxis? Im Vortrag zeigen wir die Entwicklung der Jugendsozialarbeit als Reaktion auf rechte und rassistische Jugendgewalt von den 1990ern bis heute. Im Fokus steht das Aktionsprogramm gegen Aggression und Gewalt (AgAG), als nicht unumstrittene Förderstruktur und die weniger beachtete Schul- und Migrationsschulsozialarbeit. Anschließend möchten wir uns über die Erfahrungen von Sozialarbeitenden in Bezug auf Herausforderungen der Praxis damals wie heute austauschen.

Digitale Zivilcourage – Erkenntnisse aus dem Projekt „#Dislike – Kontrapunkte gegen Hass im Netz“
1.9 – Vergewisserung – Projektpräsentation – 26.08.2021 – 12:00 Uhr (90 min)
Marc Rüdiger – Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein
Unsere soziale Interaktion mit anderen Menschen hat sich mit dem Internet stark verändert. Durch Messenger, Social Media und Gaming finden viele soziale Aktionen auch im digitalen Raum statt. Dieser Raum hat allerdings seine ganz eigenen Regeln, Möglichkeiten, Chancen und Grenzen. In Bezug auf den Umgang untereinander, die Diskussionskultur, den Respekt etc. bringt er herausfordernde Seiten zum Vorschein, die unter dem Phänomen „Hate Speech“ zusammengefasst werden können. In unserer Bildungsarbeit machen wir uns stark für einen respektvollen Umgang im digitalen Raum, der ohne Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung, Sexismus und Beleidigungen auskommt. Wir vermitteln digitale Zivilcourage, die sich demokratischen Werten verschreibt. Welche Erkenntnisse wir während unserer medienpädagogischen Projekte gesammelt haben und welche Methoden sich bewährt haben, wollen wir hier vor- und zur Diskussion stellen.

Akzeptierende Jugendsozialarbeit in der Praxis
2.6 – Vergewisserung – Fachforum – 26.08.2021 – 14:30 Uhr (90 min)
Mirjam Lüder – Jugendhilfe Cottbus e. V.
Wie können junge Menschen erreicht werden, die keinen anderen Zugang zum und Vorbehalte gegenüber dem Hilfesystem haben? Kann der akzeptierende Ansatz eine Möglichkeit sein, diese Zielgruppe zu erreichen? Wo liegen Chancen, wo sind Grenzen gegeben? Wie kann eine Praxis aussehen, die versucht, sich in diesem Spannungsfeld zu bewegen? Ein Erfahrungsaustausch mit und Hintergrundwissen von Fachkräften des Jugendhilfe Cottbus e. V., der seit 30 Jahren mit dem Ansatz arbeitet.

Medien- und Demokratiebildung im ländlichen Raum? Erkenntnisse aus der Fachbegleitung des Programms jumblrjim
2.7 – Vergewisserung/Innovation – Fachforum – 26.08.2021 – 14:30 Uhr –(90 min)
Dr. Guido Bröckling, Stoyan Radoslavov – JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in Kooperation mit Landesfachverband Medienbildung Bandenburg e. V.
Medienbildung und Demokratiebildung sind keine neuen Konzepte für die Jugendarbeit in Brandenburg. Besonders spannend wird es jedoch, wenn sie konzeptionell zusammen gedacht werden. Fake News, Hate Speech, Filterblasen und Verschwörungserzählungen – mediale und gesellschaftliche Entwicklungen erfordern zunehmend derlei Verzahnung in der pädagogischen Arbeit. Doch welche thematischen Schnittstellen ergeben sich für die Praxis der Jugendarbeit? Welche pädagogischen Ziele lassen sich hieraus ableiten? Welche Methoden, Ansätze, Modellprojekte und Tools werden diesen Zielen gerecht? Wie kann eine nachhaltige Medien- und Demokratiebildung in ländlichen Räumen umgesetzt werden? Welche strukturellen Gegebenheiten sind hierbei besonders zu beachten? Im Rahmen der Begleitung des Programms jumblrjim geht das JFF (Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis) Grundsatzfragen nach. Im Fachforum werden zentrale Erkenntnisse aus der Fachbegleitung zusammengefasst und zur Diskussion gestellt.

VIRTUAL REALITY in der Jugendarbeit und Medienpädagogik
2.8 – Innovation – Projektpräsentation – 26.08.2021 – 14:30 Uhr (90 min)
Andreas Klisch – FH-Potsdam
Der analog-digitale Erlebnisraum bietet ständig neue Zugänge und Szenarien. Eine Möglichkeit scheint derzeit die Arbeit mit Anwendungen und Games aus und in der Virtual Reality zu sein. Obwohl wir es hier mit einem Revival mit wesentlich ausgereifterer Technik als noch in den frühen 90er Jahren zu tun haben, fällt es nach meinen Beobachtungen noch immer sehr schwer, die Unterschiede und Besonderheiten der „verschiedenen Realitäten“ zu erkennen und klar zu formulieren, da u. a. daraus unterschiedliche Anforderungen insbesondere an die Hard- und Software hervor gehen. Augmented Reality-Angebote, 360-Grad-Fotos auf Facebook oder sich Filme auf Brillen mit Smartphone-Einsatz anzuschauen hat eben noch nichts mit Virtual Reality zu tun.

Girls rule the World – Mädchen, junge Frauen und Medien
3.6 – Innovation – Workshop – 26.08.2021 – 16:15 Uhr (90 min)
Marlen Berg, Franziska Reifenstein – Frauenzentrum Cottbus e. V./MiA-Mädchen in Aktion
Warum ist geschlechterreflektierende Arbeit im Zusammenhang mit Medien zu betrachten? Welchen Platz und welche Rolle nehmen Mädchen und junge Frauen in digitalen Sphären ein? Wie kann man ihnen den Raum geben, um partizipatorisch und nachhaltig ihre Stimmen und Meinungen wirken zu lassen? Die Darstellung verschiedener Projekte im Rahmen der geschlechterreflektierenden Mädchen- und Jugendarbeit (z. B. Fotoausstellung, Mädchenredaktion, Social Media-Plattformen, Printmedien usw.) dient als Grundlage und Inspiration für die eigene Handlungspraxis (z. B. Erstellen von Stop-Motion-Movies, Planung einer Eventkampagne, Verfassen von Blogbeiträgen). Nach einem Impulsreferat und einer Projektpräsentation erfolgt eine offene Diskussionsrunde.

Medienbildung in der lebensweltorientierten Jugendarbeit
3.7 – Wandel – Vortrag – 26.08.2021 – 16:15 Uhr (60 min)
Andreas Hackert – Landesfachverband Medienbildung Bandenburg e. V.
Medienkompetenz ist inzwischen als 4. Kulturkompetenz anerkannt. Die medialen Gewohnheiten der Heranwachsenden haben sich stark verändert, Medien in der Hosentasche sind Standard. Darauf musste auch die Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit reagieren. Nicht alles muss dabei in die Bildungsschublade gesteckt werden. Aspekte wie Folgenabschätzung, Verantwortungskompetenz oder auch Jugendmedienschutz spielen eine wichtige Rolle. Dies alles hat auch Auswirkungen auf die fachlichen Kompetenzen, die Fachkräfte in der Praxis der Jugendarbeit heute besitzen sollten. Die Vermittlung von Medienkompetenz im weitesten Sinne ist eine Aufgabe der lebensweltorientierten Jugendarbeit, aber auch für die Fortbildung der Fachkräfte. Im Vortrag werden diese Entwicklung und die derzeitigen Möglichkeiten aufgezeigt und auf bestehende medienpädagogische Strukturen und mögliche Synergien im Lande hingewiesen. Abgerundet wird der Vortrag durch ein Praxisbeispiel eines medialen Jugendclubs in Coronazeiten.

Rechtspopulismus – (k)ein Thema für die Brandenburger Jugendarbeit
3.8 – Innovation – Workshop – 26.08.2021 – 16:15 Uhr (90 min)
Prof. Dr. Marion Klein, Fachhochschule Clara Hoffbauer; Sascha Quäck, Jugendbildungszentrum Blossin; Markus Klein, Brandenburgisches Institut für Gemeinwesenberatung
Bei der letzten Landtagswahl in Brandenburg wurde die AfD mit 23,5 Prozent zweitstärkste Partei, von den 18- bis 29-Jährigen haben 22 Prozent der AfD (und 23 Prozent den Grünen) ihre Stimme gegeben. (Inwiefern) macht sich dieser so genannte gesellschaftliche „Rechtsruck“ in der Jugendarbeit bemerkbar? Gibt es Versuche seitens der AfD Einfluss auf die Gestaltung der Jugendarbeit zu nehmen? Nehmen menschenfeindliche, diskriminierende Äußerungen und Verhaltensweisen im Jugendclub und im Sozialraum zu? Falls ja, wie gehen Sie als Jugendarbeiter:innen damit um? Welche erfolgversprechenden Handlungsmöglichkeiten gibt es, aber auch welche Unsicherheiten, Widersprüche und offenen Fragen? Über diese Themen wollen wir mit Ihnen ins Gespräch kommen. Zu Beginn erwarten Sie zwei einführende Referate, wobei sich das erste damit beschäftigt, was das Neue an der „Neuen Rechten“ ist und was deren „Attraktivität“ für Jugendliche ausmacht. Der zweite Input stellt die Frage nach den Handlungsstrategien: „Was tun? Strategien des pädagogischen Umgangs mit rechter Radikalisierung in der Jugendarbeit – und ist das überhaupt unsere Aufgabe?!“ Im Anschluss gibt es eine Plenumsdiskussion mit Fachkräften aus Theorie und Praxis.

Beteiligung junger Menschen bei Bürgerbudgets – Methodik und mögliche Kooperationsansätze mit JUBU
2.9 – Innovation – Projektpräsentation – 26.08.2021 – 16:15 Uhr (90 min)
Dr. Carsten Herzberg, Martina Rumpel, Roman Poplawski – mitMachen e. V.
Das Projekt „JUBU – Jugendbeteiligung bei Bürgerbudgets“ möchte Menschen zwischen 16 und 26 Jahren die lokale Demokratie am Beispiel von Bürgerbudgets erlebbar machen und bietet Trägern und Kommunen Kooperationen an. Unser Projekt bietet jungen Menschen, die sich in einem bestehenden Bürgerbudget einbringen möchten, eine Zusammenarbeit an, indem wir Informationen zur Verfügung stellen und die Moderation zur Ausarbeitung eigener Vorschläge übernehmen können. Wir arbeiten mit Gruppen wie Schulklassen, Schul-AGs, Freizeitgruppen etc., werden aber auch junge Menschen an ihren Treffpunkten aufsuchen. Wir möchten dabei auch auf diejenigen zugehen, die aus ihren Elternhäusern keine Impulse für ein politisches Engagement bekommen. Mit dem JUBU-Projekt möchten wir aus den gemachten Erfahrungen Erkenntnisse ableiten, die wir allen Interessierten zugänglich machen wollen. Kommunen und Trägern aus Brandenburg und den Nachbarregionen, die eine Jugendbeteiligung mit eigenen Mitteln einführen möchten, können wir eine Begleitung im Rahmen unserer Möglichkeiten anbieten. Wir möchten mit den Kongressteilnehmenden zu ausgewählten Fragestellungen in die Diskussion gehen und uns unter Hinzuziehung der Landkartenmethode zu Kooperationsmöglichkeiten und weiterem Austausch auseinandersetzen.

Politische Bildung mit Kindern – Kinderrechte umsetzen, Beteiligung stärken
3.9 – Wandel/Innovation – Projektpräsentation – 26.08.2021 – 16:15 Uhr (60 min)
Edita Štulcaitė – Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein
Damit die Teilhabe der Kinder gleichberechtigt möglich ist, ist es notwendig, Kinder zu stärken, sie unterstützend zu begleiten und eine Auseinandersetzung mit den Themen, die sie unmittelbar betreffen, unter ihnen anzuregen. In unserer Einrichtung, der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werneuchen bei Berlin, haben wir es uns zum Ziel gemacht, die Beteiligung von Kindern von 8 bis12 Jahren in Formaten der politischen Bildung zu stärken. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Wissen in Form von Kinderrechten oder um partizipative Kompetenzen, die bei den Kindern gestärkt werden sollen, sondern konkret um die Etablierung von Beteiligungsstrukturen für Kinder in ihrem Sozialraum, z. B. im Kontext Schule. Welche Erkenntnisse wir während unserer Projekte der politischen Bildung mit Kindern im Bereich von Partizipation und Vermittlung von Kinderrechten seit nunmehr über zehn Jahren gesammelt haben und welche Methoden sich bewährt haben, wollen wir in der Veranstaltung „Politische Bildung mit Kindern – Kinderrechte umsetzen, Beteiligung stärken“ vorstellen und zur Diskussion stellen.

Sozialräumliches Arbeiten im ländlichen Raum
4.6 – Vergewisserung – Workshop – 27.08.2021 – 11:15 Uhr (90 min)
Bodo Rudolph, Jugendamt Potsdam-Mittelmark – In Kooperation mit LAG Jugendkoordination/Die Brücke e. V.
Input zur Sozialraumorientierung im Landkreis Potsdam-Mittelmark durch Hr. Rudolph (Jugendamt Potsdam-Mittelmark) ergänzt durch Beispiele und Erfahrungen aus der Praxis des sozialräumlichen Arbeitens im Gemeinwesen in unterschiedlichen Gemeinden und Ämtern des ländlichen Raums. Anschließender Erfahrungsaustausch und Diskussion mit den anwesenden Fachkräften.

How to Festival!
4.7 – Projektpräsentation – 27.08.2021 – 11:15 Uhr (90 min)
Carsten F. Hiller, Ulrike Oehmichen – Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Brandenburg e. V. (demnächst ImPuls BRB e. V.)
Vor dem Hintergrund einer kurzen Vorstellung des bundesweit einzigartigen Handbuches „How to Festival“ zur Organisation und Umsetzung von Musik- und Kunstfestivals wird es im Workshop darum gehen, die soziokulturellen Möglichkeiten der Organisation und die Durchführung eines Festivals zu verdeutlichen. Dies im Hinblick auf die großen Überschneidungen der Bereiche Sozialpädagogik und Soziokultur und mit dem Ziel, eine erlebnisorientierte, nachhaltige und vielfältige Möglichkeiten bietende Angebotsform der Jugendarbeit zu präsentieren.

Digitale Musikproduktion in der sozialen Arbeit
4.8 – Innovation – Workshop 27.08.2021 – 11:15 Uhr – (90 min)
Thomas Oestereich – Stiftung SPI, NL Brandenburg NW; Zentrum für Popularmusik (ZPOP)
Musik machen mit dem PC, Mac, Tablets und Co. – Arbeitende in Sozial- und Bildungseinrichtungen sind als Expertinnen und Experten dauerhaft gefragt, Kindern und Jugendlichen Zugänge zu künstlerischer und kultureller Praxis zu erschließen. „Zu laut“ und „zu teuer“ sind aber oftmals Argumente gegen Band- und Musikprojekte in Einrichtungen und Schulen. Durch digitale Musikproduktion können heute mithilfe von Musiksoftware und minimalem technischen Aufwand überall niedrigschwellig und kostengünstig Musikprojekte verwirklicht werden. Gerade für Kinder und Jugendliche gibt es spannende Möglichkeiten die Welt des Musikmachens kennen zu lernen und so wichtige Impulse zu erhalten. Der Workshop bietet Fachkräften Anregungen der Projektentwicklung, ermöglicht einfache Zugänge, zeigt konkrete Anwendungsmöglichkeiten und Finanzierungsmodelle.

Junge Menschen im Strukturwandel – wie Jugendliche den Kohleausstieg mitgestalten können
4.9 – Wandel – Workshop – 27.08.2021 – 11:15 Uhr (90 min)
Dominik Ringler, Michael Rocher – Kompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg in Kooperation mit Akteuren aus der Region Lausitz
Der für 2038 geplante Kohleausstieg verändert die Lebenswelt der Menschen in der Lausitz auf vielen Ebenen. Für Kinder und Jugendliche birgt der anstehende Strukturwandel Risiken, aber auch große Chancen. Noch gibt es für junge Menschen in der Lausitz nicht ausreichende Möglichkeiten, sich am Prozess des Strukturwandels zu beteiligen und ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Gleichzeitig müssen erwachsene Akteure und Akteurinnen für die Bedürfnisse und die Lebenswelt junger Menschen sensibilisiert werden, um so gemeinsam eine zukunftsfähige Lausitz zu schaffen. Nach einer Reihe von digitalen Formaten, fanden 2020 allerdings regionale Workshops statt. Im Workshop sollen die Ergebnisse dieser Beteiligungsformate vorgestellt und diskutiert werden. Anschließend soll gemeinsam herausgearbeitet werden, welche Auswirkungen die Wandelungsprozesse in der Lausitz auf die Jugendarbeit haben und welche besonderen Aufgaben in der Arbeit mit jungen Menschen auf sie zukommen.

Wenn ich groß bin, werde ich… Zukunftsperspektiven Heranwachsender zwischen „Verschwende deine Jugend!” und „Hauptsache Schulabschluss”
5.6 – Innovation – Workshop – 27.08.2021 – 13:15 Uhr (60 min)
Dorothea Prossel, Uli Malende – Stiftung SPI NL Brandenburg NW, Lernwerkstatt Oranienburg
Wenn wir in unserer Arbeit als Sozialpädagoginnen und –pädagogen in einer Lernwerkstatt mit Jugendlichen über Zukunft sprechen, erleben wir häufig, dass es konkretere Pläne – bis etwa zum Ende der Vollzeitschulpflicht gibt – und dann wieder ab Dreißig, dem scheinbar offiziellen Beginn des ernsthaften Erwachsenenlebens. Was dazwischen passiert, wie man hinkommt, wohin man möchte und ob man da wirklich hin muss, das schwebt im Nirgendwo. Die Jugendlichen entstammen oft familiären und sozialen Situationen, die von außen betrachtet als anregungsarm und entwicklungshemmend eingestuft werden. Das Schulsystem zeigt nahezu ausschließlich Defizite, die Gesellschaft spiegelt wider, dass aus „Denen“ eh nichts wird. „Mir doch egal“ wird – nachvollziehbarerweise – zum Lebensmotto. Wir möchten gemeinsam dieses Dazwischen betrachten und besprechen. Wie muss Schule sein, wie muss Berufsorientierung sein, um einen guten Mittelweg zwischen den Extremen zu bieten? Wie können wir die Jugendlichen dabei begleiten, zuversichtlich zu bleiben, für sich selbst einen Lebensplan zu entwickeln, sich ihrer Selbstwirksamkeit bewusst zu werden, sich Dinge zuzutrauen und an sich zu glauben in einer Zeit, in denen allzu häufig belastbare Vorbilder fehlen.

Zwischen Verteidigung, Ambivalenz und Utopie? Die Offenheit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit als streitbarer Begriff!
5.7 – Vortrag – 27.08.2021 – 13:15 Uhr (30 min)
Jennifer Hübner – Alice-Salomon-Hochschule Berlin
Offenheit zählt neben anderen Strukturmaximen zu den zentralen Prinzipen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und rahmt damit wie kein anderer Begriff das Handlungsfeld nach außen. Gelten andere Normative wie Partizipation, Bildung oder Sozialraumorientierung als Klassiker unter den einschlägigen Praxisrelevanzen und Erkenntnisinteressen, lebt die Offenheit und ihre Bedeutung für das Feld in der Jugendarbeitsforschung ein Schattendasein. Gleichwohl der Offenheitsbegriff bislang weder heuristisch noch empirisch eine signifikante Rolle einnimmt, meldet die Offene Kinder- und Jugendarbeit vor allem gegenüber „Ziel“-„Gruppen“ (vielmehr Akteurinnen und Akteuren), Methoden und Inhalten eine normative Offenheit an. Die Praxis lässt verlauten: „Wir sind doch offen für alle!“. Dem gegenüberstehen die Praxis rahmenden Grenzlinien wie Arbeitsansätze, Öffnungszeiten, Regeln, Hausverbote, vor allem aber die Praktiken aller am Feld beteiligten Personen. Eine empirische und praxeologische Studie stellt dieses Dilemma nun erstmals in den Fokus und forscht in einem ethnografischen Setting zur Offenheit in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Sie fragt danach, wie Offenheit in der Praxis hergestellt wird, wer (sich) daran wie und wo in welchen Zusammenhängen bzw. Machtverhältnissen beteiligt (wird) und welche Dispositive und Überschneidungen sich aus dieser Praxis für die sozialpädagogische Arena ergeben und was aus ihnen folgt. Der Vortrag soll nach einem Einblick in die historischen und aktuellen Konjunkturwellen des Offenheitsbegriffes (Entstehung, aktueller Diskurs) in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit unter Rückgriff auf exemplarische Forschungsnotizen erste Teilergebnisse der Studie zu Offenheitspraktiken in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit offerieren und damit eine Auseinandersetzung mit dem Offenheitsparadigma in Profession und Disziplin forcieren. Was/wer wird wie geöffnet? Oder dialektisch: Wer sind die Schließenden? Was/wer wird wie geschlossen? Die Praxis etwa würde fragen: „Wem gehört das Haus?”.

Drogenkoffer und Rauschbrille war gestern. Wie kann nachhaltige Suchtprävention an Schulen gestaltet werden?
5.8 – Wandel – Workshop – 27.08.2021 – 13:15 Uhr (90 min)
Pascal Noack, Jugendamt der Stadtverwaltung Cottbus – Team Sozialarbeit an Schule; Ellen Martin, Überregionale Suchtpräventionsfachstelle Südbrandenburg in Trägerschaft des Tannenhof Berlin-Brandenburg
Gängige Praxis an vielen weiterführenden Schulen sind Projektwochen oder Projekttage, die in der Regel einmal während der gesamten Schulzeit durchgeführt werden und inhaltlich schneller „verpuffen“, als das Wort Sucht an eine Tafel geschrieben werden kann. Das aus solchen Veranstaltungen keine Nachhaltigkeit entstehen kann, ist vielen Fachkräften bekannt. Doch welche Strukturen und Formate müssen an Schulen geschaffen werden, um junge Menschen für den Umgang mit legalen und illegalen Suchtmitteln ausreichend zu sensibilisieren? Bedarf es einer gesonderten Sensibilisierung für Lehrkräfte? Und was können sich weiterführende Schulen eventuell von Grundschulen abschauen? Diese Fragen sollen das Grundgerüst des Workshops bilden. Der Workshop richtet sich vorrangig an pädagogische Fachkräfte, die regelmäßig im Arbeitsfeld Schule tätig sind.

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